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Kultur

Kulturfreunde werden nicht genug Zeit finden, all die berühmten Kirchen, Kapellen, Klöster, Burgen und Schlösser zu besichtigen. Verschiedenste Führungen und organisierte Fahrten werden vom Tourismusverein angeboten.

 

St. Benedikt Kirche in Mals

Ein Bau aus dem 8. Jahrhundert. Der romanische Turm stammt aus dem 12. Jahrhundert. Die Malereien und karolingischen Fresken im Inneren zählen zu den ältesten im gesamten deutschen Sprachraum. Die Kirche birgt das einzige Portrait der Welt eines fränkischen Grundherren.

 

Fröhlichsturm in Mals

Die Burgruine, die aus der Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert stammt, verfügt noch heute über den wuchtigen Bergfried, dessen runde Form ins Auge sticht. Dieser Rundturm hat eine Höhe von 33,5 m und kann von Ihnen über 164 Holzstufen erklommen werden. Die Burg diente dem Churer Bischof ursprünglich als Gerichtssitz für seine Vinschger Untertanen und war später lange Zeit im Besitze der Fam. Fröhlich, von der sie heute noch den Namen trägt.

 

Kloster Marienberg in Burgeis

Das Kloster aus der Mitte des 12. Jh. liegt auf 1340 m ü.d.M. und ist somit die höchstgelegene Benediktinerabtei Europas, eine Stiftung der Edlen von Tarasp. Hier leben seit über 800 Jahren Mönche nach der Regel des Hl. Benedikt. Sie haben stets das Betätigungsfeld den Herausforderungen der Zeit angepasst und sind heute vorwiegend in der Seelsorge tätig. Im ehemaligen Wirtschaftstrakt der Klosteranlage sind Schauräume eingerichtet, in denen Eindrücke über den Alltag im Kloster nach dem Leitsatz „ora et labora“ vermittelt werden. Historische Ereignisse sind ebenso aufgezeigt, wie die spirituelle Deutung der romanischen Krypta - Fresken mit den einzigartigen Engeldarstellungen. Die Krypta kann man nur noch im Rahmen der Vesper besichten.

 

St. Leonhard in Laatsch

Wenn Sie die Gotik mögen, müssen Sie in die St. Leonhardskirche. Sehenswert ist nicht nur der Flügelaltar (Ende 15. Jahrhundert), der der Werkstatt von Hans Schnatterpeck zugeordnet wird. Auch die qualitätsvollen Fresken (Anfang 15. Jahrhundert) lassen Kunstliebhaber staunen.

 

St. Veith Kirche und archäologische Ausgrabungsstätte am Tartscher Bühel

Der Tartscher Bühel (1077 m) erhebt sich inmitten des Talbodens und ist ein Wahrzeichen des oberen Vinschgaus. Aufgrund seiner besonderen geografischen Lage war er in fast allen urgeschichtlichen Epochen bewohnt. Einsam und von weitem sichtbar, steht die St. Veith-Kirche auf dem schon in vorchristlicher Zeit besiedelten Tartscher Bühel. Der Turm aus dem 11. Jh. zählt zu den ältesten Beispielen eines ungegliederten Turmes. Der heutige Kirchenbau wurde gegen Ende des 11. Jh. auf Vorgängerbauten als einfaches Langhaus mit abgesetzter Rundapsis und Steinplattendach errichtet. Fragmentarisch erhaltene romanische Freskomalerei lässt die stimmungsvolle Ausschmückung des gesamten Kirchenraumes erahnen. Der Engadinerkrieg (1499) hinterlässt auch in dieser Kirche seine Brandspuren. In ihrem Inneren findet man sehenswerte Wandmalereien, u.a (in der Apsis) ein Mäanderfries mit Perlstabband, zwei miteinander kämpfende schildbewehrte Seeungeheuer, ein vermutlich bärtiger Mann, der in ein Krummhorn bläst; Apostelreihe zwischen Heiligen; in der Wölbung Christus als Richter nebst Evangelistensymbolen; in der Fensterlaibung Volutenranke mit Kreuzblüten. Die z.T. stark beschädigten Fresken stammen aus der Zeit um 1200. An der Nordwand des Schiffes in zwei Bilderstreifen Legende des hl. Veit (1. Hälfte 16. Jh.); die gesamte Westwand ausgefüllt von einem Gemäldezyklus um 1520 (fragmentiert).

 

Impressionen

 

Schloss Churburg in Schluderns

Über Schluderns erhebt sich eine der mächtigsten und besterhaltenen Burganlagen Südtirols, die Churburg. Im 13. Jahrhundert errichtet, von den Grafen Trapp im 16. Jahrhundert zur schönsten Renaissance - Residenz Südtirols ausgebaut, gilt sie heute als eine der besterhaltenen Schlossanlagen. Besonders sehenswert sind die bedeutendste private Rüstungssammlung der Welt, die Nikolauskapelle mit Kreuzgratgewölbe, eine spätromanische Plastik „Madonna mit Kind“ und der spätgotische Säulengang, der im 16. Jahrhundert zu einem vierflügeligen Loggienhof ausgebaut wurde.

 

Ausgrabungsstätte Ganglegg

Das Ganglegg hinter Schluderns ist im gesamten Alpenraum die am besten erforschte, befestigte Höhensiedlung der Bronze-, Eisenzeit und der Römerzeit. Von 1997 bis 2001 wurden systematische Grabungen durch das Amt für Bodendenkmäler durchgeführt. Sämtliche Funde sind im Vintschger Museum ausgestellt und didaktisch aufbereitet. Zudem gelang es, am Ganglegg einen archäologischen Park einzurichten. Dabei wurden wertvolle, originale Strukturen (Gebäude, Befestigung) konserviert, sowie mit Texten und Graphiken erläutert. Außerdem rekonstruierte man zwei Häuser nach einem Befund, um eine möglichst realistische Vorstellung zu vermitteln.

 

Glurns - der kleinen mittelalterlichen Stadt

Nirgendwo anders kann der Besucher mittelalterliches Leben so gut nachvollziehen, wie im 900 Einwohner zählenden Städtchen Glurns im Vinschgau mit seinen historischen Stadtmauern, Wehr- und Tortürmen, mit seinen Laubenbögen und Gassen. Die kleinste Stadt Südtirols blickt auf eine lange Geschichte zurück. Die erste Siedlung gehörte zur römischen Provinz Rätien, später ging diese an das Bistum von Chur über. In einer Urkunde des Jahres 1163 ist bereits die Rede vom Dorfe Glurns: "de terra in vico Glurnis". Alte Ansitze bezeugen, dass bereits zu jener Zeit im Dorfe Glurns Leute mit Rang und Namen lebten. Schon 1233 wurde Glurns Sitz eines landesfürstlichen Gerichts, das für den gesamten oberen Vinschgau zuständig war. Um 1290 sprach Graf Meinhard II. von Tirol dem Ort das Marktrecht zu und 1304 wurde erstmals das Stadtrecht urkundlich erwähnt. Im Spätmittelalter erlebte die Stadt Glurns Ihre Blütezeit als Umschlagplatz für verschiedene Waren zwischen dem Norden und der Lombardei. 1499, im Jahr der Schlacht an der Calven, wurde die Stadt zerstört und danach als Wehrstadt gegen Graubünden wieder aufgebaut. Bis heute hat Glurns seinen historischen Charakter aufrecht erhalten, was vor allem durch die sehr behutsame Sanierung in den letzten Jahrzehnten möglich war.